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Fördergemeinschaft für Kinder

in Indien e.V.

(gemeinnütziger Verein)

Fesenfeld 57

28203 BREMEN

GERMANY

12. April 1997

1. mailbox : kindergarten@kindergarten.org

2. mailbox : regge@regge.com

main homepage is: http://www.kindergarten.org

2nd homepage is: http://www.regge.com

 

 

Tel.: (49) 0 - 421 - 71111

(Roswitha u. Hans-J. Regge sowie eine Reihe Freunde) (B_BER_97)

An

Freunde, Kollegen,

Nachbarn, Interessierte, Bremen, den 12.4.1997

RADIO-BREMEN-Hörer,

Buten & Binnen - Seher und die Leser des WESER-KURIER !

 

Sehr geehrte Damen und Herren !

Wir möchten hier uns und unser besonderes Hobby vorstellen :

Vor kurzem sind wir (Roswitha und Hans-Joachim Regge) nach 2-1/2 Wochen Aufenthalt in Indien wieder zu Hause in Bremen eingetroffen. Von diesem Besuch (es war der zwölfte) möchten wir hier einen Kurzbericht liefern:

Es standen rund 4500.- DM zur Verfügung, und zwar durch eine Vielzahl von Spenden von Freunden, Nachbarn, Kolleginnen u. Kollegen, Schülern/Schülerinnen des Schulzentrums Lilienthal, einigen Firmen, lokalen Zeitungslesern des "WESER-KURIER" und Hörern und Sehern von Radio Bremen.

Aufgrund eines Beitrags bei Buten & Binnen (TV) sowie im Hörfunk meldeten sich viele Hörer und spendeten mehrere tausend Kuscheltiere, kleine Teddys und teilweise auch Geld.

Etwa 800 KLEINE Stofftiere konnten wir wie früher wieder kostenlos mit nach Indien nehmen (Danke an die Luftfahrtgesellschaft KLM für den Transport von 8 Umzugskartons mit Stofftieren) und während der Impfaktionen den Kindern schenken, was große Begeisterung hervorrief. Es ist auch erheblich leichter, Kinder zu überzeugen, die Eltern zu holen und sich impfen zu lassen, wenn ein Karton mit Teddybären lockt...

Auch die Luftfahrtgesellschaften Air France und Lufthansa haben freundlicherweise schon viele Kartons mit Kuscheltieren kostenlos befördert - vielen Dank !

Am 20. März sind nun weitere 500 "Tiere" auf die Reise nach Bombay gegangen, und 5 Umzugskartons mit 400 Teddys sind am 4. April "abgeflogen", einige Kartons sind zur Zeit mit dem Schiff unterwegs !

Insgesamt konnten wir bisher in 18 Monaten über 10 000 Kinder impfen lassen, und zwar in den Slums von Bombay sowie in Vasco da Gama, einem eher trostlosen Industrieort von Goa. Geimpft wurde gegen diverse Kinderkrankheiten, teilweise jeweils mehrfach je nach Empfehlung der lokalen Ärzte. Im Durchschnitt wandten wir pro Kind (alle Kosten eingerechnet) rund 3.-- DM auf. Folgekosten & Abhängigkeiten entstanden nicht.

Der Kostensatz liegt jetzt erheblich unter früheren Werten, weil sich zunehmend indische Ärzte und Helfer fanden, die ohne Honorar arbeiteten. ("Es sind schließlich unsere Kinder..."). Auch kleine spontane Geldspenden von Indern konnten wir entgegennehmen und mit verwenden.

Die Kinder erhielten immer, um sie den "Pieks" vergessen zu lassen, ein Kuscheltier oder eine Zahnbürste (oft die erste in ihrem Leben) mit einer Tube Zahnpaste - sicher besser als Süßigkeiten. Diese kleinen Aufmerksamkeiten waren übrigens heißbegehrt und haben sicher so manchen Knirps bewogen, doch ein Elternteil herbeizuholen und sich auch noch anzustellen - wobei dieses "Anstellen" nichts, aber auch wirklich gar nichts mit den englischen Gepflogenheiten zu tun hat und regelmäßig in ein Chaos ausartete....

Ortsbekannte indische Ärzte verabreichten in unserer Gegenwart an verschiedenen Orten Tropfen gegen Kinderlähmung, Impfungen gegen MMR (Mumps-Masern-Röteln), DPT (Diphtherie & Keuchhusten & Tetanus) sowie nur Tetanus oder auch je nach Bedarf bei kleinen Kindern gegen Masern. Werdende Mütter erhielten einen Schutz gegen Tetanus. Größere Mädchen wurden geimpft gegen Röteln, wie es hier in Deutschland schon lange üblich ist. Welche Impfung im Einzelfall sinnvoll war entschieden die indischen Ärzte.

Um eventuellen Problemen von vornherein aus dem Wege zu gehen, wurden immer die Impfstoffe etc. von den "medical stores" (Apotheken bzw. med. Großhändlern) bezogen, in den Händen der ortsansässigen Ärzte gelassen und auch nichts aus Deutschland mitgenommen. Dies scheint außerordentlich wichtig zu sein und sollte auch künftig beibehalten werden, und zwar aus Preis- und vor allen Dingen auch aus Haftungsgründen: Mitunter erkranken Kinder ausgerechnet zur selben Zeit, zu der sie geimpft werden, an irgendeiner anderen Krankheit, die überhaupt nicht mit der erfolgten Impfung zusammenhängen mag. Mit den Ärzten ist vereinbart, daß diese auch in den nächsten Tagen bei Problemen die kleinen Patienten behandeln.

Zu den Preisen: Die Impfstoffe kosten dort nur rund 1/20 (in Worten : ein zwanzigstel !!!) dessen, was wir in Deutschland dafür zahlen müßten. Produziert werden sie von weltbekannten Konzernen wie Hoechst, Bayer, Schering... in Indien. Große Werke von Bayer und Hoechst gibt es z.B. in Thane und Bombay.

Wie nun :

Ärzte und Helfer finden, Eltern überzeugen, Kinder + Eltern einsammeln, ´mal eben 500 Zahnbürsten etc. einkaufen, alles unter einen Hut bringen...... Helfer und Ärzte finden...

Irgendwie klappt´s dann doch :

Nun, wer bereits schon einmal in Indien gewesen ist, ist daran gewöhnt, daß zunächst einmal überhaupt nichts klappt. Verabredungen zu einem bestimmten Zeitpunkt sind eher locker zu sehen, die urplötzliche Verhinderung einzelner oder vieler ist der Normalfall, Zuverlässigkeit ein Fremdwort, der Informationsbedarf aller ist ungeheuer, etwas direkt könnte ´man so etwas auch als Neugier bezeichnen. Aber : Mit entsprechender Energie geht´s dann doch immer irgendwie !

Da eine Reihe von Helfern und Ärzten bereits bei früheren Aktionen dabei waren, ging vieles wesentlich reibungsloser als früher. Auch zwei Bürgervereine in Slumgebieten haben mit voller Kraft (kostenlos) mitgeholfen und waren unersetzbar !

Hilfe durch politische Parteien und Religionsgruppen haben wir abgelehnt.

Orte der Aktionen waren einige Gebiete (Slums) in Vororten von

a.) Bombay / Mulund sowie THANE, einer recht großen Stadt bei Bombay, und

b.) Vasco da Gama, der Hafen- und Industriestadt von Goa (Westküste Indiens).

Was führte zur Wahl gerade dieser Orte, warum nicht Bombay City, Madras oder Kalkutta ?

Durch frühere Besuche beider Orte und frühere Impfaktionen dort hatte ich Stützpunkte, kannte viele Leute, und: An den Orten sind auch keine professionellen Bettler, die es auf Touristen abgesehen haben, zu finden - man lebt eben ganz normal hier ohne große Sehenswürdigkeiten ´ringsrum.

Normal heißt in vielen Fällen, daß man unterhalb dessen lebt, was wir als Armutsgrenze empfinden würden - d.h. 5 oder 8 Menschen in einem kleinen Raum, kein fließendes Wasser (nur kurze Zeit am Tage an öffentlichen Wasserhähnen oder Pumpen), kein Bad, keine eigene (oder gar keine) Toilette...

Ein typisches Einkommen eines Arbeiters beträgt dort z.B. 1500.- Rupies pro Monat = ca. 60.- DM. Besserverdienende haben vielleicht 2500.- Rupies - da bleibt für die oft zahlreichen Kinder und erst recht die Mädchen nicht viel über... , insbesondere nicht für eine Gesundheitsvorsorge.

Die Impfung gegen Mumps-Masern-Röteln kostet z.B. dort 90 bis 100 Rupies pro Kind = knapp 5 DM (in Deutschland übrigens 100.- DM), unerschwinglich viel Geld für die vielen Familien, die in Hütten leben. Andere Impfungen wie die gegen Röteln, DPT oder Polio sind etwas billiger.

Der Bedarf ist mit Sicherheit da:

Die regierungseigenen Stellen boten zwar bereits mehrfach kostenlose Polio-Schluckimpfungen landesweit an  - allerdings nur für Kinder von 0 bis 3 (jetzt bis 5) Jahren.

Aber: MMR- und DPT-Impfungen sind sehr wichtig, teuer und NICHT kostenlos erhältlich. Polio ist noch sehr verbreitet und man kann auch in Indien durchaus noch in einem höheren Alter als fünf an Kinderlähmung erkranken, was im persönlichen Bekanntenkreis in Indien leider auch geschehen ist !

Bei einem Besuch in einem Behelfskrankenhaus in Bombay, wo 250 Kinder untergebracht waren, die alle an Kinderlähmung / Polio erkrankt waren und dort operiert wurden, macht man sich doch Gedanken, ob man nicht doch lieber etwas tun sollte, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ( = erkrankt ) ist...!

Nach der Aussage der Leitung des Behelfs-Krankenhauses (organisiert von Rotary- und Lions-Clubs) soll es in Indien rund 1 Million Menschen geben, die an Polio erkrankt sind. Eine Wiederholungs-Polio-Schluckimpfung, welche bei uns selbstverständlich ist (oberhalb von 5 Jahren), ist überhaupt nicht üblich und wird nur sehr selten durchgeführt - und dann natürlich nur gegen Bezahlung.

Wir konnten generell praktisch allen Kindern neben dem jeweils erforderlichem "Pieks" auch noch die bekannte POLIO-Schluckimpfung geben lassen, sie kostet fast nichts !

Im Januar 1997 war ein befreundeter Theologiestudent aus Hamburg, Herr Clemens Hütte, der auch "indienerfahren" ist ( 5 x war er bereits dort), nach Indien gereist und setzte die Aktionen dort fort. Eine Reihe von Kartons mit Teddys etc. hatte auch er mitgenommen, und (etwas) Geld hatten wir auch noch in der Kasse. Auf drei "vaccination-camps" in Goa konnte er über 1400 Kinder impfen lassen !

Selbst ein bekannter RADIO-Bremen-Rundfunk-Moderator (Stefan Pulß) ließ sich für einen Teddy-Transport einspannen - danke auch an ihn !

---> kennen Sie vielleicht jemanden, der demnächst nach Bombay reist ???

In einigen Zuschriften wurde die Meinung geäußert, daß Impfungen nicht erforderlich oder u.U. sogar schädlich seien, und z.B. homöopathische (Natur-) Mittel wurden empfohlen:

Wir haben dies mit einer Reihe von Ärzten in Deutschland und in Indien nochmals besprochen: Durchweg vertraten die Ärzte die Ansicht, daß die Vorteile von Impfungen in Indien bei weitem überwiegen. Für die Einschätzung muß auch der im allgemeinen wesentlich schlechtere Gesundheitszustand der Kinder in Indien berücksichtigt werden. Dieser wird hervorgerufen durch Vitaminmangel, mangelnde Hygiene und durch Unterernährung. Bei den Kindern in Deutschland mag sich manche Kinderkrankheit weniger schlimm auswirken - ein Kind aber, welches sowieso schon an Mangelerscheinungen leidet, wird z.B. durch "einfache" Masern schwer krank ! Dinge wie z.B. Spulwürmer hatten wir hier vergessen, aber dort sieht man sie wieder (auf den Toiletten) ....

Und Vitaminmangel führt in Indien nicht nur selten zur Erblindung im Kindesalter... wir würden künftig auch hiergegen gerne vorbeugend helfen !

Vielleicht können ja auch Sie für unseren kleinen Verein in Ihrem Freundes- Kollegen- oder Bekanntenkreis ein wenig werben für eine Geldspende - Werbekolonnen oder Großanzeigen können und wollen wir nicht aus Spendengeldern bezahlen - denn diese werden dringend in Indien benötigt.

Legen Sie doch diese Blätter in einen Fotokopierer und reichen Sie die Kopien weiter!

Beim letzten Aufenthalt hatte ich eine Video-Kamera mitgenommen und dort Aufnahmen gemacht. Wenn Sie diese vielleicht auch Ihren Freunden zeigen möchten, können wir eine Kassette (VHS) gerne kostenlos leihweise zur Verfügung stellen !

Wir bitten um DM 50.- Pfand dafür, bitte haben Sie hierfür Verständnis.

Die 50.- DM Pfand = Kaufpreis verbuchen wir ggf. als Spende, wenn die Kassette nicht innerhalb von 2 Wochen zurückgesandt wird. Bei Rücksendung erhalten Sie DM 40.- wieder zugesandt. Die 10.- DM Differenz gehen dann in die Portokasse.

Einige große Fotos 50x75cm sowie viele im Format 20x30cm können wir ebenfalls ausleihen wie auch Kurzinfo-Blätter, falls jemand eine Sammlung "zugunsten von..." durchführen will.

Mit freundlichen Grüßen und mit Dank für Ihre Spende ! (Hans-J. Regge)

Sie sind übrigens der , der sich unsere Seite anschaut !!!

vielleicht können Sie ja ´mal etwas Werbung für unseren Verein machen... !

z.B. dadurch, daß Sie diesen Text ausdrucken und weiterreichen, oder -

etwas moderner - per email weiterverteilen !!!

p.s.:

Hier die Antwort auf die oft gestellte Frage "Was kommt denn da wirklich in Indien an ?") :

von uns zur Verfügung gestellten 100.- DM haben wir 1996 ausgegeben :
für Büros, Verwalter, Werber, Spendensammler, Konferenzen etc. nichts
für Büromaterial, Porto, Fotos, Druckpapier, Fotokopien, eine Anzeige DM 16,50
für Reisekosten (2 Flugkarten Bremen-Bombay á 1150.- DM) DM 10,88
In Indien direkt für Kinderimpfungen (KEINE Hotels, Verpflegung etc.) DM 72,62
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