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einige Gedanken zu Patenschaften und zu Adoptionen von Kindern

Wir wurden in der Vergangenheit des Öfteren gefragt, ob wir auch Patenschaften oder Adoptionen vermitteln. Hierzu müssen wir folgendes sagen: Sowohl für die Vermittlung von Patenschaften als auch Adoptionen ist ein grosser, leistungsfähiger, aber auch verantwortungsvoll geführter Apparat auch an Ort und Stelle erforderlich, d.h. in unserem Falle in Indien. Wir sind ein relativ kleiner Verein mit einigen Mitgliedern, die - natuerlich ohne Bezahlung - in Ihrer Freizeit ihr Bestes geben zum Wohle von Kindern in Indien. Wir müssen jedoch die Grenzen des von uns Machbaren - und des Vertretbaren - sehen. Um verantwortungsvoll die obengenannten Aufgaben zu erfüllen, haben wir weder die Mittel noch das Personal.

Kinder dürfen nicht unter Ausnutzung der Not in ihrem Heimatland wie kleine Haustiere zur Adoption vermittelt werden - vielleicht noch für viel Geld. Eine Rückgabe wegen Mangels, Nicht-Erfüllung der Vorstellungen oder geänderter persönlicher Verhältnisse der Pflege- oder Adoptiveltern würde in einer Katastrophe enden.

Bedenken Sie bitte auch, dass die Übernahme von Patenschaften leicht Abhängigkeiten schaffen kann, und sehr langfristig bindet.

Wir haben uns nach reiflichen Überlegungen dazu entschlossen, uns ausschliesslich auf die Gesundheitsvorsorge z.B. durch Organisation von Camps, auf denen Kinder durch ortsbekannte indische Ärzte geimpft werden und z.B. Zahnbürsten, Seife und Flaschen mit Vitaminsaft (Vitaminmangel ist sehr häufig anzutreffen) erhalten, zu beschränken. Dies ist zwar nur eine kleine, aber durch uns handhabbare "Sache". Auch Kinder in Not z.B. für spektakuläre Behandlungen für eine gewisse Zeit zur Behandlung nach Deutschland zu holen - und danach wieder in ihr Heimatland zu senden - übersteigt die Grenzen des von uns "Machbaren".

Glauben Sie uns: Wenn uns z.B. während eines Impf-Camps ein krankes Kind von den Eltern gebracht und um Hilfe gebeten wird (dies geschieht immer wieder) müssen wir - schweren Herzens - sagen, dass wir uns nur auf die Vorsorge beschränken können.

Bitte bedenken Sie auch, dass grössere Geldbeträge, welche mitunter für irgendwelche "Gebühren" z.B. bei Adoptionen verlangt (und bezahlt) werden - Begehrlichkeit und Kriminalität fördern können. Es gibt Länder, in denen sehr viel, vielleicht fast alles, für Geld zu haben ist - vielleicht auch Kinder !

Wir halten es für besser, Kinder in ihrem angestammten Lebensraum zu belassen, und - im Rahmen unserer Möglichkeiten - zu fördern, ohne jedoch Abhängigkeiten zu schaffen oder Spannungen zu erzeugen, was z.B. durch gutgemeinte, aber gedankenlose Zuwendung mitunter passiert.

Hier soll nun keineswegs die Übernahme von Patenschaften oder auch die Adoption von Kindern rundweg verdammt werden: Es gibt sicher grosse leistungsfähige Organisationen, die gerne behilflich sind und entsprechende Verantwortung übernehmen können - nur - wir können dies nicht.

Vielleicht sollten Sie trotzdem unsere Arbeit fördern, auch wenn Sie eigentlich ein Kind adoptieren wollen: Wir benötigen pro Kind im Durchschnitt nur etwa einen Euro. Es wurden bis einschliesslich Frührjahr 2007 249 000 Kinder in Indien durch uns geimpft (zweihundertundneunundvierzigtausend). Folgekosten oder Abhängigkeiten entstanden nicht.

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